FAR RIDE MAGAZINE | allow the road ahead to guide your way

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FINGERSCROSSED macht keine Kompromisse, wenn es um Design und Performance geht - ebenso wenig in der Zusammenarbeit mit Partnern und anderen Radfahrern weltweit. Wir sind Radfahr-Nerds. Wir saugen alles auf, was sich ums Radfahren dreht. Alles, was uns inspiriert, unseren Zielen näher zu kommen und schneller zu werden. Was uns auf dem Rad besser aussehen lässt und sich besser anfühlt.

Mit unseren Empfehlungen wollen wir leidenschaftliche Menschen featuren, die gute Produkte herstellen: entweder mit einem Fokus auf Technik, unschlagbarem Design oder leistungssteigernden Details. 

 

far ride magazine

 

Auf werbefreien Seiten zu Papier gebracht:
Straßenabenteuer aus aller Welt.

Dreimal im Jahr, hergestellt in Seoul, Südkorea.
Drucke atemberaubender Naturgewalten, Straßenverläufe, Landschaften und Sinneseindrücke. Mit dem einfachen Ziel: Dich öfter in den Sattel zu bekommen.

Alles bleibt offen:
Der Inhalt des Magazins.
Die Länge der Route.
Die Dauer der Anstrengung.

Nur das Vergnügen ist gewiss.
Mit jeder Pedalumdrehung,
Mit jedem Blättern.

182 Seiten, die nicht aufhören sollten - und es trotzdem tun.
Das innere Kribbeln, das entzündete Feuer, das bleibt.

 

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Wir haben mit Sogon Yoon gesprochen, dem Gründer des Far Ride Magazins.

Im November warst du mit deinem Team in Berlin und schreibst dazu auf Instagram:"In Berlin ist es kalt, grau und regnerisch. Und es ist fantastisch."... wie war deine Erfahrung in Berlin und Deutschland?

Berlin war großartig. Wir haben die Kälte und die wenige Sonne zu dieser Jahreszeit ja schon geahnt, aber wir haben nicht vorausgesehen, wie freundlich jeder sein würde. Die Menschen waren super nett und glücklich darüber, ihre Stadt mit uns zu teilen

Berlin verfügt über eine beeindruckende Fahrradinfrastruktur, und obwohl alles flach ist, gibt es einige tolle Routen in und um die Stadt herum. Die Geschichte der einst geteilten Stadt ist ein großer Anziehungspunkt. Die Tatsache, dass man mit dem Fahrrad auf fantastischem Asphalt (und teilweise Schotter) die Route der ehemaligen Berliner Mauer radeln kann, sollte für jeden Radfahrer ein Anziehungspunkt sein - ganz zu schweigen von einem hervorragenden Ausgangspunkt für unsere Stadterkundung in Berlin.

 

Wie kam es zur Idee des Far Ride Magazins?

Ich war Motorradfahrer bevor ich zum Radfahren kam. Nach ein paar beinahe tödlichen Unfällen habe ich mich auf das Radfahren besonnen und dachte naiv, dass es ein Ersatz für das Motorradfahren sein könnte. Dann wurde mir schnell klar, dass es eine komplett andere Sache ist.

Um Radfahrer zu sein, braucht es viel mehr als nur ein Fahrrad. Es braucht die Bereitschaft zu Leiden, Hingabe, Disziplin und all das.

Ich bin sicher, die meisten Radfahrer würden dem zustimmen.

Ich habe mich zum Start des Magazins natürlich auf die Inhalte konzentriert, die mich selbst dazu inspiriert haben, mehr zu fahren. Leider konnte ich auf dem Markt nicht wirklich etwas finden, das wirklich inspirierend war – schon gar nicht in gedruckter Form. Der gesamte Inhalt rund um das Pro-Racing war für einen durchschnittlichen Fahrer wie mich zu weit entfernt, und die vielen Gear Reviews brachten mich dazu, mehr Geld auszugeben, anstatt mehr Zeit im Sattel zu verbringen.

Ich habe einzelne Blogs oder Social Media Postings gefunden, die authentisch über die Freude am Radeln aus der persönlichen Perspektive des Fahrers sprachen. Das war für mich weitaus inspirierender als ein kommerzialisiertes Print-/Digitalmedium. So kam ich auf die Idee, ein Magazin zu kreieren, das sich aus realen Radsportgeschichten von Fahrern zusammensetzt, die sich auch mal verletzlich zeigen. 

 

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Hattest du Erfahrung in der Print-Branche?

Ich hatte keine Erfahrung im Verlagswesen oder in der Redaktion. Direkt nach dem Studium habe ich 10 Jahre lang als IT-Projektmanager in einem großen Unternehmen gearbeitet. Während meines Lebens als Projektmanager habe ich unzählige Projektvorschläge mit Powerpoint zusammengestellt. Das hat im Rückblick sicher dazu beigetragen, dass ich jetzt Geschichten in 2D erzähle.

Obwohl die Printmedien heutzutage ein Comeback erleben, zieht die digitale Medienplattform das Publikum wegen ihrer unmittelbaren Zugänglichkeit stärker in ihren Bann. 

Die Menschen haben immer weniger Zeit, sich hinzusetzen und Inhalte vollständig zu konsumieren. Im Gegensatz dazu verlangen Printmedien von Ihnen, dass sie genau das tun. Die Seiten umblättern, sich wirklich einen Moment Zeit nehmen, um die Geschichte, die erzählt wird, aufzunehmen

Im Gegensatz dazu verlangen Printmedien von Ihnen, dass sie genau das tun. Die Seiten umblättern, sich wirklich einen Moment Zeit nehmen, um die Geschichte, die erzählt wird, aufzunehmen. Ich verstehe, dass Instagram dort ist, wo es ist, und es ist unvermeidlich, dass wir mit digitalen Inhalten arbeiten müssen, um das Magazin zu promoten. Aber ich habe das Gefühl, dass der Inhalt, den wir erstellen, viel mehr verdient als nur einen Doppel-Touch.

 

Was ist dir für das Magazin besonders wichtig?

Menschen zu inspirieren und zu motivieren, auf zwei Rädern mehr entdecken zu wollen. Dabei spielt es keine Rolle, welche Art von Bike sie fahren - Hauptsache sie tun es. 

Das kann eine Mama-Chari oder ein BMX sein, du kannst in deiner Nachbarschaft herumfahren oder in den entlegensten Gegenden der Welt. Wir wollen die ultimative Freude am Fahrradfahren fördern - egal in welcher Form.

 

Was macht dich stolz?

Wir haben eine kleine und sehr loyale Leserschaft. Das sind Leute, die das neueste Exemplar des Magazins kaufen und dann nochmal kommen, um alle älteren Exemplare zu kaufen. Fast 50% unserer Leser sind Abonnenten. Ich denke, das sagt eine Menge über das Magazin aus.

 

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Wie wählst du die Geschichten aus?

Es gibt ein paar verschiedene Story-Formate, aus denen wir unser Magazin zusammenstellen. Eins dieser Formate ist unser "Far Ride Feature", ein abenteuerlicher Ansatz: eine Gruppe Radfahrer, die herausfordernde Routen bewältigen.

Zum Beispiel sind wir vor kurzem in der Mongolei gefahren, wo es nicht viele Straßen gibt. In der Planung haben wir einfach eine Linie von Karakorum, der alten Hauptstadt der Mongolei, zur Wüste Gobi gezogen.

Warum? Weil es eine Herausforderung ist.

Es gab keine gepflasterten Straßen entlang unserer geplanten Route. Wir haben also die Gravel Bikes genommen, denn obwohl Mountainbikes vielleicht komfortabler gewesen wären, hätten sie uns verlangsamt. Wir wollten die Strecke effizienter zurücklegen.

Nach der Route überlegten wir die Anzahl der Fahrer, dann den Support mit Essen, Wasser und Unterkunft. Für ein Abenteuer wie dieses kann es nie genug Vorbereitung geben. 

Mir kommt es so vor als ob der schiere Wille, Herausforderungen zu überwinden, die beste Vorbereitung ist, die man haben kann. 

Diesen Willen haben wir in der Mongolei sehr gebraucht. Die Geschichte wird in Vol. 8. Erscheinen.

Es gibt auch andere Formate, wie z.B."City Exploration", wo wir einen kuratierten Führer zur Verfügung stellen, um eine Metropole mit dem Fahrrad zu erkunden. Wir bieten Informationen wie einen Streckenführer, Ausflugsziele wie Fahrradgeschäfte und Cafés, Routen durch die Stadt, etc.

Und wir nutzen Interviewformate, um Gleichgesinnte und Künstler vorzustellen, die sich aktiv in der Fahrradbranche engagieren.

 

Was war das schönste Feedback, das du bisher zum Magazin erhalten hast?

Wenn das Magazin bei unseren Lesern auslöst, sofort in den Sattel springen zu wollen, dann haben wir alles richtig gemacht. 

 

Wo wird das Magazin überall gelesen?

Überraschenderweise kommen 40% unserer Leserschaft aus Großbritannien. Aus dem übrigen Europa etwa 20%, der Rest ist über die ganze Welt verstreut.

 

Was verbindest du persönlich mit dem Radfahren?

Ich sehe, dass das Radfahren immer abwechslungsreicher wird. Was traditionell ein reiner Sport war, wird immer breiter: Ich bin ein “sozialer Radfahrer”, der von Abenteuern auf dem Fahrrad träumt.

 

Wie ist Radfahren in Südkorea und welchen Stellenwert nimmt es innerhalb der Gesellschaft ein?

Korea war nie ein Land für’s Radfahren, außer der Tatsache, dass Fahrräder seit Anfang des 19. Jahrhunderts als Transportmittel genutzt werden. Es gab einige wenige Radprofis, die auf der internationalen Bühne einen kleinen Einfluss hatten, aber der größte Teil des Erbes im Radsport kommt nicht von koreanischen Radfahrern.

Vieles, was im Radsport zur Verfügung steht, wird aus Europa oder Amerika importiert. Es ist also immer noch eine sehr fremde Sportart, die nur von einer kleinen Gruppe von Menschen geliebt wird. 

9 von 10 Autofahrern glauben nicht, dass sie die Straßen mit Radfahrern teilen sollen

Trotzdem haben wir eine tolle Infrastruktur und wunderschöne Berge, die sich perfekt zum Radfahren eignen. Radfahren ist die Zukunft. Es ist ein globales Phänomen. Die Dinge werden sich hier zum Besseren wenden.

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Danke, Sogon Yoon.

 

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